Zwischenruf: Aufklärung?

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Dem Anspruch Kants, Aufklärung sei „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“, haben Skeptiker längst entgegengehalten, dass dies die Latte so hoch hänge, dass von seiner Realisierung keine Rede sein könne. Aber nicht dieses Problem ist es, das mich umtreibt. Mit Selbstverständlichkeit gehen wir im „Westen“ davon aus, dass das „Abendland“ die Aufklärung bereits hinter sich habe und die vom Islam geprägten morgenländischen Gesellschaften in dieser Hinsicht noch im Mittelalter zurückgeblieben seien. Wenig bekannt ist auch die Tatsache, dass der Kampfbegriff „christlich-abendländisch“ falsch ist. Ohne die islamisch geprägte Hochkultur im mittelalterlichen Spanien (z. B. Ibn Ruschd) wäre die Antike (Aristoteles) nicht oder zumindest anders im christlichen Europa (Thomas von Aquin) angekommen. Zu den Säulen des Abendlands gehören nicht nur die Akropolis, das Kapitol und Golgota (Theodor Heuss, Erwin Teufel), sondern auch Cordoba, Toledo, Granada – kurz: das islamisch beherrschte spanische Mittelalter.

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Bestell-Nr. 11-2015-11D2
Erscheinungsdatum 19.11.2015
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